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14 September 2026
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KI-Sichtbarkeit: Was Kunden fragen – und wen die KI nennt

Wir haben gemessen, was Menschen KI-Chatbots über Handwerk und Gastronomie fragen. Ergebnis: Die Preiserwartung entsteht vor dem ersten Anruf – und ChatGPT ist dabei fast irrelevant.

Abstrakte Darstellung vieler grauer Antwortkarten im Dunkeln, von denen eine gelb leuchtet
01 - Artikel
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KI-Sichtbarkeit ist gerade das Thema, zu dem jede Agentur eine Meinung hat. Wir haben stattdessen gemessen: mit SISTRIX ausgewertet, was Menschen KI-Chatbots über Handwerker und Restaurants fragen – und welche Anbieter dabei überhaupt vorkommen. Zwei Ergebnisse sind unbequem. Die Kaufentscheidung fällt heute weit vor der ersten Suche nach einem Betrieb. Und der entscheidende Kanal ist nicht ChatGPT.

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Was wir gemessen haben

Die Datenbasis stammt aus der KI-Analyse von SISTRIX, die Dialoge mit ChatGPT, Google AI Overviews, Google AI Mode, Gemini, Copilot und Perplexity auswertet. Wir haben zwei Branchen abgefragt, die für unsere Kunden typisch sind: Handwerk und Gastronomie.

Für das Stichwort „Handwerker“ erfasst SISTRIX 1.201 unterschiedliche Themen, die Menschen mit KI-Chatbots besprechen. Ein Dialog dauert im Schnitt 2,9 Schritte – es wird also nachgehakt, nicht nur einmal getippt. Für „Restaurant“ sind es 4.403 Themen bei 2,5 Schritten.

Interessant wird die Einordnung nach Phase der Kaufentscheidung. Im Handwerk entfallen 74 Prozent der Themen auf die Consideration-Phase, aber nur 1,9 Prozent auf die Decision-Phase. In der Gastronomie ist das Verhältnis noch deutlicher: 68 Prozent gegenüber 0,7 Prozent. Nach Intent sortiert sind 76 Prozent der Handwerker-Themen reines Lernen, 2,4 Prozent kommerziell.

Übersetzt heißt das: Praktisch niemand fragt den Chatbot „Welchen Dachdecker soll ich nehmen?“. Gefragt wird, was eine Handwerkerstunde kostet, wie Anfahrtspauschalen berechnet werden und wie lange eine Reparatur dauert. Wer KI-Sichtbarkeit als Frage nach Empfehlungen versteht, misst also die falsche Sache.

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Der Wettbewerb beginnt vor der Suche

Das klingt zunächst beruhigend. Wenn die KI ohnehin keine Betriebe empfiehlt, lässt sich dort auch nichts verlieren. Das Gegenteil ist der Fall.

Das nachfragestärkste Einzelthema im Handwerk sind Stundensätze und Stundenverrechnungssätze, mit einem monatlichen Volumen von 4.200. SISTRIX benennt den emotionalen Treiber dahinter präzise: die Angst, bei einer Reparatur finanziell übervorteilt zu werden. Die tatsächlich gestellten Prompts lesen sich entsprechend.

  • „ist 80 Euro Stundenlohn für Handwerker normal“
  • „Darf ein Handwerker jeden Preis verlangen“
  • „Warum ist der Stundenlohn beim Handwerker so hoch“
  • „Unterschied Stundenlohn und Verrechnungssatz“

Diese Gespräche finden statt, bevor ein Betrieb überhaupt kontaktiert wird. Die Preiserwartung steht also fest, wenn das Telefon klingelt – nur hat sie nicht der Betrieb gesetzt, sondern ein Modell, das ein paar allgemeine Ratgeberseiten zusammengefasst hat. Es ist dieselbe Verschiebung im Kaufverhalten, die vor zehn Jahren mit Google begann – nur eine Stufe früher.

Bemerkenswert ist, was SISTRIX zu diesem Thema an Marken ausgibt: nichts. Kein Anbieter besetzt das wichtigste Preisthema der Branche. Bei 4.200 Dialogen im Monat ist das keine Nische, sondern eine offene Flanke – und genau dort entscheidet sich KI-Sichtbarkeit.

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Die Überraschung: KI-Sichtbarkeit ist ein Google-Thema

Um einen Maßstab zu haben, haben wir drei Plattformen geprüft, die im Handwerksumfeld dominieren: MyHammer, Check24 und Aroundhome. Zusammen tauchen sie in 43.598 ausgewerteten Prompts auf. Die Verteilung auf die Modelle ist das eigentliche Ergebnis.

  • Google AI Overviews: 37.052
  • Google AI Mode: 5.753
  • ChatGPT: 462
  • Gemini: 172
  • Copilot: 118
  • Perplexity: 37

Rund 98 Prozent der KI-Sichtbarkeit entstehen innerhalb von Google. ChatGPT macht etwa ein Prozent aus. Wem gerade eine „ChatGPT-Strategie“ verkauft wird, der sollte sich diese Zahlen zeigen lassen.

Die praktische Konsequenz ist unspektakulär und genau deshalb eine gute Nachricht: KI-Sichtbarkeit ist in Deutschland derzeit überwiegend eine Frage sauberer Google-Grundlagen. AI Overviews ziehen aus dem organischen Index. Wer dort nicht rankt, kommt in der KI-Antwort nicht vor. Die Arbeit an lokaler Sichtbarkeit ist damit nicht überholt, sondern die Voraussetzung.

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Was das für Ihre KI-Sichtbarkeit heißt

Aus den Daten lassen sich drei Konsequenzen ableiten. Keine davon erfordert eine neue Disziplin, alle drei verschieben den Inhalt.

Beantworten Sie die Fragen, die der Chatbot beantwortet. Preisbildung, Anfahrtskosten, Ablauf, Dauer, Qualifikation. Das sind die Themen mit Volumen, und die meisten Unternehmensseiten schweigen dazu, weil Preise als Verhandlungssache gelten. Wer sie erklärt, wird zur Quelle statt zur Überraschung – wir halten es hier selbst so.

Besetzen Sie die Lücken. SISTRIX weist zu jedem Thema Fragen aus, die Nutzer eigentlich stellen müssten, aber nicht stellen. Beim Thema Stundensätze sind das: Welche Kostenbestandteile darf ein Handwerker zusätzlich berechnen? Ist die Anfahrtspauschale im Stundensatz enthalten? Wie viel der Rechnung ist steuerlich absetzbar? Drei Inhalte, die praktisch niemand geschrieben hat.

Schreiben Sie extrahierbar. Überschrift als Frage, Antwort im ersten Absatz, konkrete Zahlen statt „individuell nach Aufwand“, saubere strukturierte Daten. Modelle zitieren, was sie eindeutig herauslösen können.

Zur Ehrlichkeit gehört der Blick in den eigenen Spiegel. Unsere Domain taucht in derselben Auswertung in genau drei Prompts auf, alle im Google AI Mode. Gegen 43.598 der Portale ist das ein Rundungsfehler. Wir haben denselben Weg vor uns wie unsere Kunden – wir kennen nur die Karte.

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